Ferialpraktikum

Ferialpraktikum – der erste Schritt in die Arbeitswelt

Es ist wieder soweit. Tausende Schüler/innen und Studierende wollen heuer wieder ihr theoretisches Wissen außerhalb von Schule und Uni praktisch beim Ferialpraktikum unter Beweis stellen. Die Jagd nach den begehrten Praktikumsplätzen im Sommer ist eröffnet.

Doch wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt, um sich für ein Ferialpraktikum zu bewerben? Was beeinflusst meine Bewerbung? Und was erwartet mich? Wir erklären dir, wie du ein Ferialpraktikum findest und was du beachten solltest.

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Warum überhaupt ein Ferialpraktikum machen?

Jedes Jahr machen tausende Jugendlichen und junge Erwachsene ein Ferialpraktikum. Heute ist es fast schon Standard, einmal im Leben ein Praktikum gemacht zu haben. Aber auch viele Schulen und Studiengänge haben ein verpflichtendes Praktikum im Lehrplan. Denn „probieren geht bekanntlich über studieren“. Oft sieht man den Unterschied zwischen theoretischem Wissen und der praktischen Umsetzung im Tagesgeschäft erst wenn man den Arbeitsalltag selbst erlebt hat. Durch ein Ferialpraktikum hast du die Möglichkeit, dein Wissen in der Praxis anzuwenden. Dadurch ist das Praktikum ein super Training für den späteren Berufseinstieg. Außerdem macht sich ein Ferialpraktikum auch gut im Lebenslauf und wird von Firmen meist positiv bewertet. Außerdem kannst du so erste berufliche Kontakte knüpfen. Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, später im Ferialbetrieb eine Lehre zu beginnen oder nach dem Studium dort einzusteigen. Des Weiteren lernt man etwas über sich selbst. Denn die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen kann man eigentlich erst beantworten, wenn man die Möglichkeit hatte, sich auszuprobieren.

Die Suche nach der passenden Ferialpraktikumsstelle

Bereits bei der Bewerbung für das Praktikum wird erwartet, dass man weiß, wo die eigenen Interessen liegen. Oft merkt man erst beim Arbeiten, dass das Aufgabenfeld beziehungsweise der Beruf, nicht zu einem passen oder ganz anders sind als gedacht. Auch dann kann man etwas mitnehmen, man weiß dann schließlich, was einem nicht liegt. Aber wo findet man eine Praktikumsstelle?

Die Suche nach einer Ferialpraktikumsstelle kannst du im Verwandten und Bekanntenkreis beginnen. Vielleicht arbeitet jemand aus deiner Familie in einem Betrieb, den du gerne kennenlernen würdest? Dann kannst du dort nachfragen, ob sie auch Ferialpraktika vergeben.

Du kannst auch online Jobbörsen, wie österreichjobs.com, durchsuchen und nach Stellenanzeigen für Ferialjobs Ausschau halten. Wenn du ein Stelleninserat gefunden hast, dann kannst du dich dort bewerben. Vielleicht kennst du bei dem Unternehmen auch jemanden und kannst deine Beziehungen spielen lassen. Wenn nicht, ist es oft von Vorteil, wenn du deine Bewerbung ausdruckst und sie persönlich vorbeibringst.

Wenn du keine passende Stellenanzeige für dein Praktikum findest, kannst du dich einfach aus Eigeninitiative bewerben. Das nennt sich Initiativbewerbung. Lass dich nicht von deiner Bewerbung abhalten, nur weil du nicht weißt, ob die Firma überhaupt Ferialpraktikanten/innen aufnimmt.

Weitere Tipps für die Erstellung deines Lebenslaufs oder für das Bewerbungsschreiben findest du in unserem Blog.

Lieber erst später für ein Praktikum bewerben?

Unterschiedliche Branchen haben unterschiedliche Hochzeiten. Die Tourismusbranche sowie die Baubranche haben beispielsweise im Sommer Hochsaison.
Das bedeutet, März und April sind ideal, um sich für ein Praktikum zu bewerben. Die Bewerbungsprozesse sind dann im vollem Gange und man erhält auf das Bewerbungsschreiben meist schnell eine Antwort. Auch andere Branchen stellen für die Sommermonate gern Praktikantinnen und Praktikanten ein, um Produktionsrückstände und Engpässe zu vermeiden.

Lohnt sich die Bewerbung für ein Ferialpraktikum im Sommerloch überhaupt?

Es wird behauptet, dass sich eine Bewerbung für ein Praktikum im sogenannten „Sommerloch“ nicht lohnt. Diese Behauptung wurde durch Studien ebenfalls entkräftet.

Sommerzeit ist zwar Urlaubszeit und die meisten Personalverantwortlichen befinden sich im Urlaub, doch das bedeutet nur, dass man geduldiger auf sein Antwortschreiben warten muss. Wenn du bei der Suche nach einem Praktikum nicht unter Druck stehst, dann nutz den trägen Sommer für ausführliche Firmenrecherchen und Initiativbewerbungen. So bist du für den Bewerbungsgespräche-Marathon im Herbst bestens gerüstet.

Nach dem Sommer sind Personalverantwortliche wieder erholt im Büro. Neue Ideen und Projekte werden erarbeitet, vorgestellt und schließlich umgesetzt. Dazu werden oft zusätzlich kreative Köpfe benötigt. Die Herbstmonate sind also ideal, um sich für ein Praktikum, aber auch für eine Fixanstellung zu bewerben.

Soll ich zum Jahresende noch eine Bewerbung für ein Praktikum senden?

Viele Saisonbetriebe sind auf Bewerbungen zum Jahresende angewiesen. Ein Kurzpraktikum während der Winterferien hat den Vorteil, dass man beispielsweise im Sommer mehr Freizeit hat.

Manche Praktika sind heiß begehrt und schwer umkämpft. Eine frühzeitige Bewerbung kann am Jahresende ein Vorteil sein. Einige dieser Ferialpraktika haben bis zu 6 Monate Vorlaufzeit. Ein Praktikum im Ausland sogar bis zu einem Jahr. So hast du die Möglichkeit, den Neujahrs-Bewerber/innen um einen Schritt voraus zu sein.

Wann ist er nun, der richtige Zeitpunkt für eine Bewerbung für ein Praktikum?

Den richtigen Zeitpunkt für die Bewerbung zum Ferialpraktikum bestimmst du. Informiere dich über die Branche und die Firma, bei der du das Ferialpraktikum machen willst. Finde heraus, wann es ruhigere Phasen gibt und wann Hochsaison ist. Wann Entscheidungstragende leichter erreichbar sind und ob es Projekte gibt, die an den Start gehen.

Prinzipiell gilt: Das Verschicken einer Bewerbung lohnt sich immer. Ist sie erstmal am richtigen Tisch gelandet, hat man immer eine Chance, das ausgeschriebene Praktikum zu ergattern.

 

 

Der erste Tag im Ferialpraktikum – wie wird dieser zum Erfolg?

Was ziehe ich an? Rede ich meine Kolleginnen und Kollegen mit DU oder SIE an? Fragen über Fragen. Der erste Tag beim Ferialpraktikum ist wohl der aufregendste. Schließlich ist alles neu und du lernst viele neue Menschen auf einmal kennen. Da willst du bestimmt auch einen positiven Eindruck machen. Wir geben dir ein paar Tipps, wie dein erster Tag zum Erfolg wird.

Die Kolleginnen und Kollegen kennen lernen

Hierbei kannst du dich schon im Vorfeld informieren. Schau doch einfach mal im Internet, ob das Unternehmen eine Teamseite auf ihrer Homepage hat. Wenn ja, findest du dort meist alle Mitarbeiter/innen mit Bild, Namen und die Position. Dort kannst du dir deine neuen Kolleginnen und Kollegen einprägen und dir schon mal die Namen merken. Gibt es keine Teamseite auf der Homepage? Dann kannst du Karriere-Netzwerke wie XING oder LinkedIn durchschauen. Auf dem Firmenprofil sind dort meist auch die Angestellten zu finden.

Kleider machen Leute – das Outfit für dein Ferialpraktikum

Oft passt Businesskleidung nicht zur Firmenkultur. Aber das kann man im Vorfeld nicht wissen. Für ein Praktikum bei einer Bank oder einem großen Konzern, wo du viel mit Kunden zu tun hast, ist ein Businessoutfit keine schlechte Wahl.

Jedoch ist es ratsam, gleich beim Vorstellungsgespräch nach einem Desscode zu fragen. Auch wenn dir geantwortet wird, dass es keine Kleidervorschriften gibt, heißt das nich, dass du in Jogginghose und Flip Flops kommen kannst. Wähle Kleidung aus, in der du dich wohlfühlst und die zur Branche und deiner Position passt. Deine Kleidung sollte auf jeden fall sauber und nicht kaputt sein. Ein T-Shirt mit Löchern oder schmutzige Schuhe wirken sofort ungepflegt.

Der erste Rundgang

Wenn du am ersten Praktikumstag in der Firma ankommst, gibt es normalerweise eine erste Führung durch das Büro. Dabei wirst du auch den anderen Teammitgliedern vorgestellt. Hier reicht ein einfaches „Hallo“, stelle dich kurz mit deinem Namen vor und erkläre in welchem Bereich und wie lange du hier ein Praktikum machst. Für ein besseres Kennenlernen gibt es dann die Mittagspause oder den Feierabend.

Ein Begrüßungs-E-Mail an alle?

In einigen Unternehmen ist es normal, dass am ersten Tag eine E-Mail an alle geschickt wird. In dieser stellst du dich kurz vor. Meist verlaufen diese E-Mails nach einem bestimmten Schema. Wenn dem so ist, wirst du darüber aber im Vorfeld informiert.

Die Vorstellung vor den Kolleginnen und Kollegen

Bei vielen Unternehmen ist es üblich das der/die Vorgesetzte dich vor der Belegschaft begrüßt. Im Anschluss bekommst du dann die Chance, dich selbst kurz vorzustellen. Dafür solltest du nicht länger als eine Minute brauchen. Ein paar Ideen, über welche Dinge du sprechen kannst:

  • Name, dein Alter, wo du herkommst
  • Deine Schulbildung, Studium
  • Wie bist du zu diesem Praktikum gekommen, was dich interessiert
  • Deine Hobbys und Interessen
  • Du kannst dich vorab entschuldigen, falls du leicht Namen vergisst
  • Erkläre, dass du dich auf die Zusammenarbeit freust, was dich bei deinen Projekten besonders interessiert oder auf welche Aufgaben du gespannt bist

Was mitbringen zum Einstand beim Ferialpraktikum?

Es wird nicht von dir erwartet, dass du zum Einstand Kuchen oder Brötchen mitbringst. Jedoch machst du dich mit ein paar Süßigkeiten oder einem selbstgemachten Kuchen schon mal bei der Belegschaft beliebt. Außerdem kommst du beim Kuchenessen so mit dem einen oder anderen Teammitglied in Kontakt.

Fragen gleich stellen?

Weißt du nicht, was du machen sollst oder ist dir deine Aufgabe nicht ganz klar? Dann frag am besten gleich nach. Das zeigt dein Interesse und Engagement. Übertreib jedoch nicht. Du solltest nicht bei jeder Kleinigkeit deine Kolleginnen und Kollegen fragen. Jobspezifische Dinge oder Fragen zum Unternehmen musst du natürlich stellen. Es gibt aber auch Fragen, die sich ganz schnell googeln lassen. Also bevor du jemanden fragst, wie man aus einem Word-Dokument eine PDF-Datei erstellt, kannst du das ganz zackig in die Suchmaschine eingeben. Es ist auch wichtig, dass du dieselbe Frage nicht öfter stellst. Dafür bietet es sich an, einen Block mitzunehmen, wo du dir die wichtigsten Dinge notieren kannst. Damit zeigst du auch gleich, dass du organisiert und aufmerksam bist. Außerdem bekommst du in den ersten Tagen so viele Informationen, da hilft dir das Aufschreiben bestimmt.

Auf in die Mittagspause

Gibt es in dem Betrieb noch weitere Ferialpraktikantinnen und Praktikanten? Wenn ja, kannst du dich für die Mittagspause mit ihnen zusammenschließen. Andernfalls wirst du sicher von deinen Mitarbeiter/innen gefragt, ob du dich bei ihnen anschließen möchtest. Wenn nicht, dann sei nicht schüchtern und frag, ob du dich zu ihnen gesellen kannst. In der gemeinsamen Pause kannst du die Chance nutzen, um die anderen auch privat etwas besser kennenzulernen.

Ab nach Hause – Arbeitsschluss

Der Feierabend nähert sich und du rutscht schon 45 Minuten nervös auf deinem Stuhl herum? Das macht keinen guten Eindruck. Orientiere dich lieber an deinen Kolleginnen und Kollegen. Sei nicht der Erste, der pünktlich um 17:00 aus dem Büro stürmt. Frag stattdessen lieber nach, ob es in Ordnung ist, wenn du jetzt gehst oder biete deinen Hilfe an, falls es noch etwas zu erledigen gibt.

Was geht und was geht nicht beim Ferialpraktikum?

Zum Abschluss geben wir dir noch eine kleine Liste mit Dingen, die du bei deinem Ferialpraktikum machen kannst und was du lieber bleiben lässt.

DO’s:

  • Überblick über die künftigen Kolleginnen und Kollegen auf der Homepage oder in den sozialen Netzwerken verschaffen.
  • Klären, welchen Desscode es gibt.
  • Sich über Adresse, Etage und Abteilung informieren, damit du gleich am ersten Tag weißt, wohin du musst.
  • Dir einen Sicherheitswecker stellen, falls der erste Wecker nicht läutet.
  • Dich bei den neuen Kolleginnen und Kollegen vorstellen.
  • Notizen machen.
  • Kleinigkeiten googeln und erst wenn es nötig ist, nachfragen.
  • Den typischen Arbeitstag beobachten.
  • Eine Vorstellung deiner Person vorbereiten.
  • Kuchen oder ähnliches zum Einstand mitbringen.
  • Deine Mittagspause mit deinen Teammitgliedern und nicht allein verbringen.

DONT’s:

  • Sich verspäten.
  • Ungepflegtes Auftreten – dreckiges Gewand oder kaputte Schuhe.
  • Wichtige Informationen nicht notieren.
  • Viele undurchdachte Fragen stellen.
  • Ohne Anmerkung in die Raucherpause gehen.
  • Privat telefonieren oder surfen.
  • Die Mittagspause alleine verbringen.
  • Ohne Verabschiedung oder Abmeldung in den Feierabend gehen.
  • Zu viele private Dinge erzählen.
  • Dich an Klatsch und Tratsch beteiligen.

Wenn du diese Dinge berücksichtigst, kann nichts mehr schief gehen. Wir wünschen dir viel Erfolg bei deinem Ferialpraktikum!