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Mitarbeiterbindung – So halten Sie gute Mitarbeiter

Als Arbeitgeber investieren Sie viel Zeit und Geld, um die cleversten Köpfe und das innovativste Knowledge in Ihren Betrieb zu holen. Doch Fachkräfte der neuen Generation streben nach Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung und maximaler Flexibilität. Unternehmen müssen sich, um konkurrenzfähig zu bleiben, individuell auf ihre Beschäftigten einstellen. Dadurch kann die nötige emotionale Verbundenheit aufgebaut werden, die für eine gute Mitarbeiterbindung erforderlich ist. Denn nur so halten Sie gute Mitarbeiter/innen. Was Sie tun können, um Ihre qualifizieren Angestellten dauerhaft an Ihr Unternehmen zu binden und wie Ihr Unternehmen davon profitieren kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Was versteht man unter Mitarbeiterbindung? 

Mitarbeiterbindung beschäftigt sich mit Maßnahmen, um qualifizierte Arbeitskräfte zu halten oder langfristig an ein Unternehmen zu binden. Das Retention Management (Fachwort für Mitarbeiterbindung) bündelt alle Ressourcen und hat dabei nur ein Ziel: Die Mitarbeiter/innen sollen sich als Teil des Unternehmens fühlen. 

Wie kann die Mitarbeiterbindung Fluktuation und Kosten senken?

Erfolgreiche Mitarbeiterbindung steht und fällt mit der Mitarbeiterzufriedenheit. Sind die Mitarbeiter/innen zufrieden, schlägt sich das in einer geringen Fluktuation nieder. Wer also in Ihrem Unternehmen gerne arbeitet, der will so schnell nicht wieder weg. Weniger Austritte aus dem Unternehmen bedeuten wiederum auch niedrigere Kosten. Abfindungen, zusätzliche Kosten für Stellenanzeigen, Einarbeitungskosten, Zusatzausgaben für Headhunter etc. fallen weg. 

Wie kann man mit Mitarbeiterbindung die Konkurrenz alt aussehen lassen?

Knowledge bleibt Ihrem Unternehmen erhalten. Bleiben die cleveren Köpfe in Ihrem Unternehmen, haben Sie die Möglichkeit, langfristig auf größer Ziele hinzuarbeiten. Spezifisches Wissen wird so jahrelang vertieft, ausgebaut und verbessert. Damit kann man die Konkurrenz abhängen. Ist die Mitarbeiterbindung erfolgreich, können Sie größtenteils ausschließen, dass Ihre Angestellten zur Konkurrenz wechseln. Damit würde nicht nur betriebsinternes Wissen der Konkurrenz in die Hände fallen, sondern auch wertvolle Fähigkeiten von Fachkräften verloren gehen. 

Wie kann die Mitarbeiterbindung die Unternehmensmarke stärken und die Produktivität steigern ?

Auch das Employer Branding Ihres Unternehmens verbessert sich durch eine gute Mitarbeiterbindung. Ihr Image als attraktiver Arbeitgeber wird für potentielle Jobsuchende gestärkt. Stimmt die Mitarbeiterzufriedenheit und demzufolge auch die Mitarbeiterbindung, werden Ihre Angestellten Sie, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung gerne weiterempfehlen. Diese verbundenen Teammitglieder haben kein Problem länger zu bleiben, zeigen auch mehr Initiative und arbeiten effizienter. Daraus ergibt sich mehr Produktivität.

Es liegt natürlich auf der Hand, dass sich durch zufriedenes, produktives und loyales Personal auch die Arbeitsatmosphäre verbessert. Noch ein Punkt für die Mitarbeiterbindung.

Wie wirken sich Unterforderung und zu kleiner Freiraum auf die Mitarbeiterbindung aus?

Ohne angemessene Herausforderungen kann die Mitarbeiterbindung geschwächt werden. Niemand arbeitet gerne in einem Unternehmen, indem man das Gefühl hat, seine Fähigkeiten zu verschwenden. Frust und Demotivation steigern sich. Ist es soweit, schrillen die Alarmglocken schon ziemlich laut. Der Arbeitgeber muss unbedingt einschreiten.

Teilen Sie Projekte und Aufgaben den Fähigkeiten entsprechend zu.  Lässt der Arbeitgeber dann aber seiner Belegschaft oder neuen Talenten keine Luft zum Atmen, kann die Mitarbeiterbindung nicht klappen. Damit meinen wir beispielsweise haargenaue Anweisungen, wie eine Aufgabe erledigt werden muss. Lassen Sie Raum für Kreativität, Innovation und Initiative. 

Maßnahmen Mitarbeiterbindung

Welche Auswirkung hat es, wenn Mitarbeiter/innen sich nicht wertgeschätzt fühlen?

Beispiel: Ein Projekt ist abgeschlossen. Das Team hat hart dafür gearbeitet, während die Führungskraft auf Urlaub war. Heimst die Führungskraft trotzdem die Lorbeeren für das Projekt ein, kann dies das Fass zum Überlaufen bringen. Hat ein Team oder Teammitglied gute Arbeit geleistet, sollte es auch Lob und Wertschätzung erhalten.  Engagiertes Personal hat auch Ideen und Vorschläge. Ignoriert man diese aber, kann Frust entstehen. Motivierte Angestellte wollen einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Hören die Verantwortlichen nie zu, werden Ideen alá „Zuckerberg“ möglicherweise zu anderen Unternehmen getragen. Mitarbeiterbindung sieht anders aus. 

Was kann die Mitarbeiterbindung noch blockieren?

Voraussetzung für junge Talente ist eine Führungsetage, die weiß was sie tut. Ziele müssen klar und deutlich formuliert werden. Motivation sollte auch aus dieser Ecke des Rings kommen. Auch das Arbeitsklima spielt dabei eine wichtige Rolle.  Wenn diese Verantwortung niemand tragen will, ist die Belegschaft führungslos. Talente sehen solche Unternehmen als Zeitverschwendung und wechseln lieber den Betrieb. Mitarbeiterbindung kann so gar nicht erst entstehen.

Damit Angestellten ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können, sollten sie auch Möglichkeit zur Weiterbildung haben. Legt das Unternehmen auf Weiterbildung keinen Wert, führt das bei manchen Angestellten zu Resignation. Die Führungsetage vermittelt den Mitarbeiter/innen durch Weiterbildungen das Gefühl, dass ihr Potential erkannt wurde.  Und dass es wert ist, dass man es fördert. Glückwunsch – so gelingt Mitarbeiterbindung.

Vertrauen führt zu Mitarbeiterbindung. Begabte Angestellte brauchen die Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht für ein Projekt oder sogar ein kleines Team. Steht man ihnen aber im Weg, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen gewechselt wird.

Wer nur auf Zahlen und Ergebnisse fokussiert ist, kann sich gleich von der Mitarbeiterbindung verabschieden. Warum? Nun, überlegen Sie mal, wann ein Projekt zu hundert Prozent nach Plan läuft. Hindernisse und Schwierigkeiten auf dem Weg zum Ergebnis kann nur von einem engagierten Team beseitigt werden. Der Weg ist oft beschwerlich und verdient ebenso Aufmerksamkeit und Anerkennung wie das Ergebnis.

Beispiele für erfolgreiche Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung

Positive Veränderung und Entwicklung findet nur dann statt, wenn erkannt wurde, was falsch läuft. Ist dieser Stein ins Rollen gekommen, ist es Zeit für unsere einfachen aber effektiven Methoden zur erfolgreichen Mitarbeiterbindung.  

Wie finden Sie die Goldader?

Lernen Sie Ihre Mitarbeiter/innen kennen. Finden Sie heraus, mit wem Sie es zu tun haben. So haben Sie auch die Möglichkeit, Potentiale und Stärken, die nicht direkt an der Oberfläche schwimmen, zu erkennen. Erfolgreiche Mitarbeiterbindung funktioniert, wenn Mitarbeiter/innen nicht nur für Leistungen geschätzt werden, sondern als ganze Person akzeptiert und wahrgenommen werden.

Don´t:„Und Sie gehören zum Reinigungspersonal?“ „Nein, ich gehöre zu Ihrem IT-Team.“

Wie kann man die Gesundheit der Belegschaft und die Mitarbeiterbindung stärken?

Es liegt auf der Hand, dass gesunde Mitarbeiter/innen, die sich wohl fühlen, besser mit Stress und Belastungen umgehen können. Deshalb gilt es Anreize zu schaffen, um die Belegschaft zu motivieren. Massagen, Rückenschule, Yoga oder Burnout-Prävention sind Beispiele für Gesundheitsmaßnahmen. Mittlerweile kann man hier auch aus einem vollen Angebotspool fischen. Auch die Führungskraft kann durch den emphatischen Zu- und Umgang mit dem Personal Demotivation und Frust entgegenwirken.

Wie Sie bei der Weiterentwicklung der Angestellten helfen?

Feedback soll den Angestellten helfen, sich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Anerkennung und Lob gehören, wie das Beispiel zeigt, ebenfalls dazu. Dies stärkt die Mitarbeiterbindung.

Do:„Die Zusammenarbeit mit Ihnen ist klasse. In vielen Bereichen läuft es hervorragend. Besonders gut finde ich, wie engagiert Sie sind und dass Sie immer am Ball bleiben. Mit einer Sache habe ich allerdings ein Thema, darüber möchte ich mit Ihnen sprechen…“

Wie wichtig ist Flexibilität für die Mitarbeiterbindung?

Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben durch flexible Arbeitszeiten ist eine Grundvorraussetzung für die heutigen Talente. Kann ein Unternehmen mit zusätzlichen Angeboten wie Betriebskindergarten, flexible Arbeitszeiten oder Home-Office aufwarten, hat das positive Auswirkungen. Hat die Belegschaft das Gefühl, dass das Unternehmen wirklich an ihrem Wohl interessiert ist, steigert das die Leistungsbereitschaft, das Engagement und  natürlich die Mitarbeiterbindung. 

Wann sollte man das Team unbedingt einbeziehen?

Gute Führungskräfte schaffen den Spagat zwischen Ton angebenden Vorgesetzten und kollegialem Team-Mitgliedern. Ersteres sollte immer mit Respekt geschehen. Angestellte lassen sich ungern von oben herab behandeln. Der Mitarbeiterbindung schaden auch Entscheidungen, die über den Kopf hinweg getroffen werden. Wir reden hier von Entscheidungen, die die Angestellten direkt betreffen. Beziehen Sie deshalb Ihr Team mit ein. 

Do:„Ich möchte gerne die Meinung und Vorschläge des Teams dazu hören.“ 

Kleine Geschenke erhalten die Mitarbeiterbindung?

Ja. Goodies und Vorteile tragen ebenfalls zur Mitarbeiterbindung bei.  Beispielsweise durch einen Dienstwagen, Fahrräder, Bahnkarten. Die Angestellten sind so mobil und können gleichzeitig etwas vom „hart verdienten Geld“ sparen.

Welche Rolle spielt das konstruktive Feedback an Vorgesetzten für die Mitarbeiterbindung?

Konstruktives Feedback oder Kritik haben positive Auswirkungen auf Mitarbeiter/innen. Weiterentwicklung, Wachstum, Entfaltung. Trotzdem machen Vorgesetzte selten für sich selbst davon Gebrauch. Im Gegenteil, der Großteil ignoriert oft den Input von Mitarbeiter/innen.  Doch konstruktiv geäußerte Kritik birgt großes Potential für den Betrieb und die Mitarbeiterbindung.

Do:„In unserem Meeting fiel mir auf, dass manche Mitarbeiter/innen nicht ausreden konnten.
Wenn Sie darauf mehr achten würden, fühlen diese sich wertgeschätzt und
hören Ihnen auch achtsamer zu.“

Wie geht man vor, wenn man die Mitarbeiterbindung erhöhen will?

Möchte man ein Projekt wie die Steigerung der Mitarbeiterbindung starten, kann man sich einen three-steps-plan gestalten. Dieser hilft Ihnen dabei die aktuelle Situation zu analysieren, die Maßnahmen durch konkrete Zielsetzungen zu fixieren und zum Schluss zu bewerten, ob diese erfolgreich waren oder ob man noch nachfeilen muss.

Step one – Analysieren Sie die aktuelle Situation genau

Beim ersten Schritt geht es also um die Analyse der aktuellen Situation des Unternehmens und des Unternehmensumfelds. (WICHTIG: Berücksichtigen Sie dabei auch das zuvor geschriebene) Es gibt unterschiedliche Risikoklassen, die angesehen werden sollten. Welche betreffen Ihr Unternehmen? Welche Risikoklassen betreffen Ihr Unternehmen aktuell?

  1. Das Engpassrisiko
    Freigewordene Stellen können nicht nachbesetzt werden?
  2. Das Austrittsrisiko
    Wollen wertvolle Mitarbeiter/innen das Unternehmen verlassen?
  3. Das Anpassungsrisiko
    Gibt es Probleme bei der Anpassung an neue IT-Techniken, Workflows, Sonstiges?
  4. Das Loyalitätsrisiko
    Wird Ihrem Unternehmen durch Mitarbeiter/innen oder der Führungsebne bewusst Schaden zugefügt?
  5. Das Motivationsrisiko
    Gibt es ein Motivationsdefizt?
  6. Das Gesundheitsrisiko
    Sind Angestellte psychisch oder physisch so belastet, dass Sie nicht ihr ganzes Potential ausschöpfen können?
  7. Das Führungsrisiko
    Wird das Unternehmen durch das Management und der Personalführung zielgerichtet geführt?
  8. Das HRM-Risiko
    Fehlt es an Mitteln und Wegen (finanziell, Erfahrung) um den Personalrisiken entgegenwirken zu können?

Zusätzliches

  1. Employer Branding
    Analysieren Sie wie Ihr Unternehmen am Markt positioniert ist und welches Image nach außen getragen wird.
  2. Mitarbeiterbefragung zur Zufriedenheit
    Download hier

Je genauer und detaillierter Sie die Zahlen und Fakten analysieren desto erfolgreicher können Maßnahmen zur Steigerung der  Mitarbeiterbindung gesetzt werden.

Step two – Planen Sie Maßnahmen zielorientiert

Wenn Sie die aktuelle Situation Ihres Unternehmens genau unter die Lupe genommen haben, müssen daraus messbare Ziele und ein Maßnahmenplan gestaltet werden. Wichtig dabei ist, dass die Ziele wirklich messbar sind und diese  klar und deutlich formuliert werden.

Beispiele für klare, deutliche und messbare Ziele:

  • Die gesundheitliche Wohlbefinden der Beschäftigten soll um zwei Punkte steigen
  • Die Fluktuation soll um 6 % sinken
  • Dreimal jährlich wird ein Teambuilding durchgeführt

Für einen individuell angepassten Maßnahmenplan braucht man Zeit und gelegentlich auch Unterstützung von erfahrenen externen Berater/innen. Die einen finden möglicherweise die Gesundheitsmaßnahmen am wichtigsten, den anderen liegen die flexiblen Arbeitszeiten mehr am Herzen. Erfolgreiche Mitarbeiterbindung erfordert unterschiedliche Maßnahmen.

Step three – Prüfen Sie die Ergebnisse

Konnten Sie durch die gesetzten Maßnahmen Ihre definierten Ziele erreichen?  Konnten Sie zum Beispiel Erfolge bei der Fluktuation verbuchen, dann machen Sie weiter und setzten Sie ein höheres Ziel. Greifen die Maßnahmen nicht oder geht das Ergebnis in eine Richtung, die nicht mit Ihrem Ziel übereinstimmt, dann überarbeiten Sie die Maßnahmen oder setzen Sie Neue.

Achtung: Einmal ist keinmal. Die Regelmäßigkeit dieses Vorgehens ist es, die den Ausschlag gibt und die Veränderung herbeiführt.

 

 

Fazit: Mitarbeiterbindung zahlt sich aus!

Die Zeiten haben sich geändert meine Damen und Herren. Die Welt ist schneller, verlockender, rastloser und attraktiver geworden. Trotz oder sollte ich sagen, gerade wegen Covid-19, strebt die junge, aber auch ältere Generation nach mehr – mehr Chancen, mehr Möglichkeiten, mehr Erfahrungen.

Gerade deshalb sollten sich Österreichs Unternehmer mehr denn je mit der Frage „Wie kann ich die Mitarbeiterbindung in meinem Unternehmen steigern?“ auseinandersetzen. Wer verstanden hat, dass in Zeiten des Fachkräftemangels die Investition in die eigenen Mitarbeiter/innen die beste Variante ist, um erfolgreich zu bleiben, wird den Erfolg auch in Zukunft weiter ausbauen können.

Mitarbeitermotivation – Mitarbeiter/innen richtig motivieren  

Viele Führungskräfte verstehen unter Mitarbeitermotivation ein verlängertes Wochenende für 8 Personen im Wellness-Alpenhotel, vier Sterne all inclusive, mit bekanntem Personalcoach, Canyoning und Rafting. Diese Vorstellung führt dazu, das einige dieses Thema kopfschüttelnd abtun und einen Obstkorb bestellen. Danach verfällt alles wieder in den alten Trott.

Doch Mitarbeitermotivation ist nicht kompliziert und auch nicht teuer. Wir haben für Sie die einfachsten und gleichzeitig wirksamsten Tipps zusammengefasst.

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Was ist Motivation überhaupt? 

Fachleute sind sich einig, dass es keine „Ein-Wort-Definition“ für Motivation gibt. Vielmehr setzt sich der Begriff aus mehreren Wörtern zusammen, die wiederum von anderen abhängig sind oder beeinflusst werden.

„Motivation ist die Richtung, Intensität und Ausdauer, mit der ein bestimmtes Tun ausgeführt wird.“

Die Richtung zeigt, warum eine Person etwas tut. Sie wird durch Motive, Bedürfnisse und Anreize bestimmt.

Die Intensität beschreibt die Kraft oder Stärke, mit der man das Ziel verfolgt.  Die Energie, um intensive Zielarbeit zu betreiben, bezieht man beispielsweise durch die Willenskraft, den Antrieb oder den Ehrgeiz.

Und die Ausdauer zeigt, wie beharrlich man auf dem Weg zum Ziel ist.

Was bedeutet diese Definition für die Mitarbeitermotivation?

Von der zuvor beschriebenen Definition ausgehend, würden wir also folgendes ableiten: Die Führungsebene hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten den nötigen Anreiz haben, um mit aller Kraft und Beharrlichkeit daran zu arbeiten, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, um so einen sinnvollen Beitrag für die übergeordnete Vision des Unternehmens zu leisten.

Klingt doch easy, oder?

Warum soll ich meine Mitarbeiter/innen überhaupt motivieren?

Der Arbeitgeber kann maßgeblich auf die Mitarbeitermotivation einwirken. Bisher hat es gereicht, das Gehalt pünktlich zu überweisen. Nun reichen Geld und das Glück arbeiten zu dürfen nicht mehr aus, um sich die Motivation der Belegschaft langfristig zu sichern.

Die Mitarbeitermotivation hat Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.  Laut einer Studie des Gallup Instituts gehen jährlich 99 Milliarden Euro Umsatz verloren, weil die positiven Auswirkungen der Mitarbeitermotivation als unbedeutende Bagatelle abgetan werden.

Warm-up zur Mitarbeitermotivation  

Wie im Fußball kann ein Kaltstart oder ein halbherziges Warm-up gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Bevor wir Ihnen also einige Methoden zur Mitarbeitermotivation vorstellen, ist es nötig, dass Sie sich eine Frage stellen:

„Sind Sie sich der Werte, die in Ihrem Unternehmen gelebt werden (sollen) bewusst?“

Wenn ja, haben Sie schon ein gutes Stück Arbeit weg. Wenn diese Werte klar transportiert und vor allem vorgelebt werden, wurden die Grundpfeiler für die Mitarbeitermotivation bereits gelegt. Angestellte, die sich mit den Unternehmenswerten identifizieren, sind auch auf der emotionalen Ebene damit verbunden. Loyalität und Vertrauen entsteht.

Diese Mitarbeiter/innen sind dadurch enorm engagiert und wollen unbedingt ihren Teil dazu beitragen, dass die Mission und in weiterer Folge auch die Vision des Unternehmens verwirklicht werden kann. Wer also weiß, wofür (Unternehmensmission, Unternehmensvision) man den Job macht, wird auch die richtige Motivation dafür finden.

Erkennen die Mitarbeiter/innen den Sinn in ihrer Arbeit, setzt der ‚Jobflow‘ ein und starke Motivationsflauten bleiben aus.

Wie kann man seine Beschäftigten motivieren?

Menschen sind verschieden. Was den einen dazu bringt, morgens aus dem Bett zu springen, bringt den anderen vielleicht gerade mal dazu, sich umzudrehen. Das gilt auch für die Motivation Ihrer Angestellten. Sie müssen also zu allererst herausfinden, wie Ihre Mitarbeiter/innen ticken. Sind sie extrinsisch oder intrinsisch motiviert.

Was bedeutet das nun wieder?

Beispiel:  Ein/e Grafiker/in, der/die intrinsisch motiviert ist, hat einfach Spaß daran zu gestalten, kreativ zu sein, Neues zu erfinden etc.  Er hat Spaß an dem was er tut und gewinnt daraus Energie. Ist er eher extrinsisch motiviert, arbeitet er/sie vielleicht eher, um Geld zu verdienen. Er/sie kann wenig bis gar keine Energie aus seiner Tätigkeit ziehen.

Es können aber auch andere Beweggründe ausschlaggebend sein. Ein/e Rettungssanitäter/in kann intrinsisch motiviert sein, weil er/sie weiß, wie bedeutsam oder erfüllend es ist, Leben zu retten.

Einfach ausgedrückt: Die intrinsische Motivation kommt aus dem Inneren eines Menschen. Die extrinsische Motivation zielt darauf ab eine Belohnung zu erhalten oder einer Bestrafung zu entgehen.

Was also nun?

Sie haben herausgefunden, zu welchen Typen ihre Mitarbeiter/innen angehören und wollen nun die Motivation steigern. Bei der Mitarbeitermotivation sollte man immer vor Augen haben, dass es hierbei um den Menschen als soziale Wesen geht. Das Interesse am Menschen selbst kann die Motivation der Mitarbeiter/innen schon steigern.

Mitarbeiter motivieren

So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter/innen richtig

Loben

Will man eine/e Angestellte/n einen kräftigen Motivationsschub geben, ist loben für besonders tolle Arbeit die richtige Methode. Gleichzeitig erhält er/sie wertvolles Feedback zu seiner Arbeit.

Unser Tipp:  Achten Sie auf ihren Ausdruck und Formulierung. Die Methode ist sinnlos, wenn man mit dem Lob zwar einen Motivationsschub gibt, aber dann durch unüberlegte Formulierungen demotiviert.

Anerkennung

Um die Mitarbeitermotivation zu steigern, ist Anerkennung notwendig. Jede/r möchte grundsätzlich ein Stück des Anerkennungskuchen abhaben. Anerkennung wird anders als Lob verwendet. Sie ist mehr eine innere Haltung. Ein qualifiziertes, ausführliches Feedback zum Gesamtbild beispielsweise. Dankbarkeit, Wertschätzung oder Ehrlichkeit als Zeichen der Anerkennung tragen erheblich zur Mitarbeitermotivation bei.

Rücksicht und Zeit

Für eine erfolgreiche Mitarbeitermotivation ist auch Rücksicht notwendig. Bedenken Sie zum Beispiel, dass Ihre innere Landkarte anders aussieht, als die von anderen Menschen.

Wie kann man das verstehen? Wenn Sie jemanden einen Ihres Erachtens klaren Auftrag geben, so etwas wie: „Wir sehen uns hinter dem Berg!“ Heißt das noch lange nicht, dass alle zum gleichen Berg aufbrechen. Achten Sie auf klare und deutliche Anweisungen. Nehmen Sie sich wirklich geduldig Zeit und klären Sie, ob alle Ihren Auftrag richtig verstanden haben.

So können Sie Missverständnisse vorbeugen und sparen sich den Ärger von vermasselten Projekten oder leidige Nachbesserungen. Die Mitarbeitermotivation steigt, weil auf die Angestellten eingegangen wird.

Transparenz

Wenn Sie Beschäftigte, die das nötige Knowledge haben, in Ihre Entscheidungen miteinbeziehen, vergrößert das die Transparenz. In regelmäßigen Teammeetings können die Mitarbeiter/innen über die wichtigsten Vorgänge und Entscheidungen im Unternehmen informiert werden.

Autonomie

Autonomie fällt unter die drei Grundbedürfnisse des Menschen. Naheliegend also, dass auch die Mitarbeitermotivation steigt, wenn dieses Bedürfnis befriedigt wird. Autonomie bedeutet nicht, dass Mitarbeiter/innen schalten und walten können, wie sie möchten. Vielmehr heißt es, dass die Kompetenzen der Angestellten ernstgenommen werden und der Entscheidungsspielraum sich dementsprechend gestaltet. Was uns gleich zum nächsten Motivationsbooster führt!

Vertrauen

Stellen Sie sich vor, Sie haben jemanden, der Sie ständig kontrolliert und unter Druck setzt. Glauben Sie, dass diese Partnerschaft lange Bestand haben wird Vertrauen ist das Fundament auf dem erfolgreiche Partnerschaften stabil und sicher stehen.  Das gilt auch im beruflichen Kontext.

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter/innen weitestgehend autonom Ziele erreichen. Vergeben Sie einen Vertrauensbonus, der bewahrt werden kann.

Sie müssen zugeben, dass es doch ein wenig zeitraubend für Sie als Führungskraft wäre, wenn Sie über jede kleinste Kleinigkeit informiert werden würden, nur um alles kontrollieren zu können. Zeigen Sie Vertrauen Ihrem Team gegenüber, indem Sie das Ergebnis betrachten und nur wenn tatsächlich notwendig mit Rat und Erfahrung zur Seite stehen.

Achtsamkeit

Vor 15 Jahren wurde dieses Wort in Unternehmenskreisen selten in den Mund genommen. Heute gehören Achtsamkeitstrainings für Führungskräfte und die Belegschaft schon zum guten Ton. Berechtigt.

Achtsamkeit kann den Beschäftigten dabei helfen, entspannter zu werden, in Balance zu bleiben und nicht im Affekt zu handeln, wenn die Stresswelle anrollt. Achtsamkeit hilft im Arbeitsalltag dabei, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren, diese bewusster zu kategorisieren und priorisieren.

Arbeitgeber wissen, welche die positiven Effekte der Achtsamkeit auf Leistungsfähigkeit, Teamwork, Arbeitsklima und Mitarbeitermotivation hat.

Vorbildwirkung

Mitarbeitermotivation funktioniert nicht, wenn die Führungskraft Wasser predigt und Wein trinkt. Wer sich als jemand Besseres präsentiert oder vielleicht Lorbeeren für erfolgreiche Projekte einheimst, zu denen er nichts beigetragen hat, zerschlägt die Mitarbeitermotivation komplett.

Leben Sie Ihren Mitarbeiter/innen vor, was Sie von Ihnen erwarten. Das kann für jeden etwas anderes sein. Für manche Führungskraft ist Pünktlichkeit das A & O– also seien auch Sie pünktlich. Manche Führungskräfte setzten die Bereitschaft für Überstunden voraus – also zeigen auch Sie diese Bereitschaft.

So erweisen Sie nicht nur Ihren Mitarbeitern Respekt, sondern verdienen sich auch den Ihren.

Teambuilding

Fehlerkultur

Wenn die Belegschaft Angst hat, Fehler zu machen, wird sie sich auch davor hüten, neue Vorschläge vorzubringen, Verantwortung zu übernehmen, eigene Entscheidungen zu treffen oder Initiative zu zeigen.

In einem erfolgreichen Unternehmen gibt es eine gesunde Fehlerkultur. Das bedeutet, dass Fehler erlaubt sind, ja sogar gemacht werden müssen. Fehler werden als verlässlicher Bestandteil des Lernens und der Weiterentwicklung angesehen. Nur dadurch können Prozesse optimiert werden.

Das Wissen, dass Fehler erlaubt sind, steigert die Mitarbeitermotivation. Beschäftigte können so ohne Angst ihr kreatives Potenzial nutzen. Und wer weiß, welche bahnbrechenden Ideen so entwickelt werden können.

Lernen

Schon Säuglinge haben den natürlichen Drang zu lernen. Dies wird intrinsisches Lernen genannt. Gemeint ist damit, dass der Antrieb dazu aus dem Inneren kommt. Angestellte, die sich diese Freude am Lernen erhalten konnten, leiden nicht unter Motivationsflauten und freuen sich über die Unterstützung der Führungsebene.

Sie sehen Weiterbildungen, Seminare oder Vorträge (passend zum Unternehmen) nicht als lästige Pflicht oder Zeiträuber an.

 Flexible Arbeitszeiten, Work-Life-Balance – ein Muss

Wer hätte gedacht, dass flexible Arbeitszeiten und die Work-Life-Balance Grundvoraussetzungen für einen Job werden. Zumindest, wenn man Angestellte der Millenials & Z-Generation für sich gewinnen will.

Muss man sich eventuell um Kinder oder kranke Familienmitglieder kümmern, entlastet Home-Office oder eines der flexiblen Arbeitszeitmodelle die Angestellten und fördert so wiederum die Mitarbeitermotivation. Als Resultat dieser Flexibilität erhalten die meisten Führungskräfte große Leistungsbereitschaft, Engagement und Loyalität.

Können keine Alternativen zum bisherigen Arbeitsplatz und Arbeitszeit angeboten werden, ist die Arbeitsatmosphäre ein großer Motivationsfaktor.

Routine demotiviert

Beschäftigte müssen die Möglichkeit zum Ausbruch haben. Ja, richtig gelesen, lassen Sie Ihre Mitarbeiter/innen einmal andere Luft schmecken.

Seien Sie innovativ: Vielleicht möchte einer Ihrer kreativen Köpfe auch einmal einen anderen Bereich kennenlernen. Wissbegierige können mit auf Außentermine genommen werden. Durch das Wechseln und Beschnuppern von anderen Bereichen und Projekten steigt auch das Verständnis für Arbeitsabläufe und die Produktion.

Vergütung

Leben von Luft und Liebe wäre schön, klappt bei uns aber leider nicht. Ein faires Gehalt fördert ebenso die Mitarbeitermotivation. Ist es angemessen, zeugt das von Wertschätzung. Geizt ein Unternehmen offensichtlich bei der Bezahlung, wirkt sich das früher oder später negativ auf die Motivation aus. Viele Unternehmen setzen auf projektbezogene Boni, da sich die Nachwirkungen der Gehaltserhöhung schnell im Sand verlaufen.

Teambuilding

Wie der Name schon sagt, soll das Team dabei aufgebaut (gestärkt) werden. Das Angebot spielt dabei eine wichtige Rolle. Ernähren sich 90 % Ihrer Mitarbeiter/innen vegetarisch, wird ein Ausflug in das Lieblings-Steakhaus der Führungskräfte eher Unmut auslösen.

Damit ein Teambuilding den gewünschten Effekt hat und sich positiv auf die Mitarbeitermotivation auswirkt, sollte man das Personal miteinbeziehen. Holen Sie Vorschläge ein und lassen Sie sich Zeit bei der Planung. Wenn sich eine spannende Chancen zur Weiterbildung (max. zwei Stunden am Eventtag) ergeben, zahlt sich die Verknüpfung der brain & body activity aus.

Happy Hour

Honorieren Sie die großen und kleinen Erfolge Ihres Teams und feiern Sie diese auch. Rufen Sie doch die Happy Hour aus. Dabei soll sich das Team natürlich nicht mit zahlreichen Shots betrinken. Stoßen Sie mit einem Gläschen Sekt, Wein oder mit Kaffee an. Im Grunde geht es um eine Geste der Anerkennung.

Auch bei Projektniederlagen kann die Happy Hour zur groben Analyse herangezogen werden. Man kann beim Lieferservice Essen bestellen und so den ersten Schrecken gleich mitverdauen. Die eher lockere Atmosphäre entspannt das Team und öffnet die Türen zur produktiven Lösungsfindung.

Natürlich wirkt sich so eine Geste auch positiv auf die Mitarbeitermotivation aus.

Health Care: Gesundheitsfördernde Maßnahmen 

Unsere Gesundheit wird im Job oft auf eine harte Probe gestellt. Langes Sitzen bei der Arbeit im Büro oder langes Stehen in Produktionswerkstätten können sich negativ auf den Organismus auswirken.

Mitarbeiter/innen, die durch Bewegung etwas für Ihre Gesundheit tun wollen (Betonung liegt auf ‚wollen‘), kann der Arbeitgeber durch kleine Benefits, wie Rabatte bei Fitnesskursen oder Massagen unterstützen. Bei der Krankenkasse können Sie sich Informationen über Zuschüsse für gesundheitsfördernde Maßnahmen einholen. Arbeitgeber können die betriebliche Vorsorge auch steuerlich absetzen.

Culture Fit

Grundsätzlich bedeutet Culture Fit, dass Arbeitgeber und Beschäftigte Gemeinsamkeiten in ihrer Art zu handeln haben und zumindest ähnliche Wertvorstellungen.

Arbeitgeber sollten bei Vorstellungsgesprächen immer die Frage im Hinterkopf haben, ob der/die Bewerber/in ins Team passt. Schließlich verbringt man den größten Teil des Tages zusammen.

Eine gut definierte Unternehmenskultur erleichtert Vorstellungsgespräche. Wird diese offen nach außen transportiert, können Bewerber/innen vorab feststellen, ob sie sich im Unternehmen wiederfinden oder nicht.

Gibt es ein Culture-Fit-Match, stehen die Chancen gut, dass sich der „Frischling“ gut einleben und vom Team angenommen wird. Wenn sich alle wohlfühlen trägt das wieder zur Mitarbeitermotivation bei.

Mitarbeiterfeedback

Erfolgreiche Unternehmen setzten auf laufendes Mitarbeiterfeedback. Beispielsweise über Apps werden Mitarbeiter/innen dazu angehalten, Rückmeldung zu geben. Aus den regelmäßigen Mitarbeiterfeedbacks werden zentrale Themen abgeleitet. Die Stimmung kann schnell verbessert werden, indem Aktionen zielgerichtet gesetzt werden.

Ist die Stimmung gut und die Mitarbeitermotivation hoch, sind die Krankenstände vergleichsweise niedrig.

Chef-freie-Zone 

Schwierigere Tage, beispielsweise wegen einer anstrengenden, übellaunigen Kundschaft lassen sich nicht vermeiden. Hier hilft der Austausch mit Teammitgliedern.

Das man über Kundschaft, die eine Führungskraft selbst an Land gezogen hat, in seiner Gegenwart nicht „herzieht“, ist verständlich, oder?

Sie müssen Ihren Mitarbeiter/innen die Möglichkeit geben, in Chef-freier-Zone Dampf abzulassen. Das gehört dazu, fördert nicht nur den Zusammenhalt sondern auch die Mitarbeitermotivation. Konnte sich das Team ein wenig Luft machen, steht dem befreiten Arbeiten nichts mehr im Weg.

Zum Abschluss noch eins – Pizza

Dan Ariely, ein bekannter Verhaltensökonom, führte ein Experiment durch. Die Arbeitnehmer/innen einer Produktionsstätte wurden in vier Gruppen eingeteilt und erhielten zum Wochenbeginn unterschiedliche Motivation.

  • Der ersten Gruppe versprach man bei guter Arbeit persönliches Lob vom Chef.
  • Der zweiten Gruppe wurden Bonus-Zahlungen angekündigt.
  • Der dritten Gruppe stellte man Pizzagutscheine in Aussicht.
  • Die vierte Gruppe war eine Kontrollgruppe, der nichts angeboten oder versprochen wurde.

Raten Sie mal wie das Experiment ausging?

Richtig, die Pizza-Gruppe steigert ihre Leistung um 6,7 %. Die ‚Lob vom Chef‘-Gruppe um 6,6 % und die Bonuszahlungsgruppe nur um 4,9 %.

Fazit

Besorgen Sie sich die Nummer der besten Pizzeria in der Nähe Ihres Unternehmens.

Mitarbeitermotivation ist mit einfachen Mitteln erreichbar. Sie steigert die Leistungsfähigkeit und Produktivität Ihres Personals und das wirkt sich natürlich positiv auf Ihr Unternehmen aus. Die Führungsebene muss sich bewusst sein, dass Sie einen maßgeblichen Teil zur Mitarbeitermotivation beitragen.

Mitarbeiter-Benefits – welche Leistungen sind steuerfrei?

Es muss nicht immer eine Gehaltserhöhung sein. Vielen Beschäftigten sind mittlerweile Zusatzleistungen viel wichtiger als mehr Gehalt. Außerdem steigern Mitarbeiter-Benefits die Beliebtheit des Arbeitgebers und tragen zur Motivation des Personals bei. Denn sind Mitarbeiter/innen mit ihrem Gehalt auf Dauer unzufrieden, mindert das die Arbeitsleistung und führt dazu, dass im schlimmsten Fall nur noch‘ Dienst nach Vorschrift‘ gemacht wird. Dennoch kann leider nicht jedes Unternehmen der Forderung nach mehr Gehalt nachkommen. Doch gibt es einige Alternativen zur Gehaltserhöhung. Welche Leistungen steuerfrei sind und was Unternehmen dabei beachten müssen, erfahren Sie hier.

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Was sind Mitarbeiter-Benefits?

Bei Mitarbeiter-Benefits spricht man von Zusatzleistungen, welche dem Personal zusätzlich zum Gehalt gewährt werden. Diese dienen als ergänzende Anerkennung der Arbeitsleistung und tragen besonders zur Motivation der Mitarbeiter/innen bei. Hierbei geht es um mehr als nur Geld. Besonders beim Recruiting und im Employer Branding kann mit den freiwilligen Zusatzleistungen des Unternehmens bei potenziellen Bewerber/innen gepunktet werden. Denn diese zusätzlichen Benefits heben den Arbeitgeber klar von anderen Firmen ab. Die Mitarbeiter-Benefits wirken sich ebenfalls positiv auf das gesamte Unternehmensimage aus und werten die Arbeitsbedingungen auf.

 

 

Steuerfreie Möglichkeiten für Mitarbeiter-Benefits

Durch das Einkommenssteuergesetz gibt es leider starke Einschränkungen für die Mitarbeiter-Benefits. Dadurch sind viele Leistungen nur dann steuerfrei, wenn diese allen Mitarbeiter/innen oder definierten Gruppen gewährt werden. Deswegen können nur wenige Angebot als eine individuelle Belohnung eingesetzt werden. Monetäre Vergütungen sind allerdings immer steuerpflichtig. Kommen jedoch die folgenden Mitarbeiter-Benefits strategisch gut platziert zum Einsatz, so sind diese für Ihre Belegschaft oft von größerem Nutzen als die Gehaltserhöhung. Folgende Zusatzleistungen können steuerfrei eingesetzt werden:

Zuschüsse zur Kinderbetreuung

Als Arbeitgeber können Sie jährliche Zuschüsse zur Kinderbetreuung von bis zu 1.000 € pro Kind gewähren. Das gilt für Kinder bis zum 10. Lebensjahr. Diese Zusatzleistung kann ein Unternehmen für private sowie öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen entrichten. Dazu zählt auch die private Tagesbetreuung.

Betriebsfeiern, Ausflüge oder der Besuch von Veranstaltungen

Betriebsausflüge und Betriebsfeiern wie die Weihnachtsfeier nach wie vor ein beliebtes Mittel, um seine Belegschaft neu zu motivieren und seine Wertschätzung zu zeigen. Damit diese betrieblichen Feiern auch steuerfrei sind, dürfen die Ausgaben 365 € jährlich nicht übersteigen. Für Sachzuwendungen in diesem Zusammenhang gilt eine Grenze von 186 € jährlich.

Zukunftssichernde Mitarbeiter-Benefits für das Personal

Dazu zählen zum Beispiel Zahlungen für die Lebens-, Unfall- sowie Krankenversicherung, um das Risiko abzusichern, jedoch nicht als Ansparung. Zahlungen sind in diesem Fall bis zu einer Höhe von 300 € steuerfrei.

Mitarbeiter-Benefits in Form einer Mitarbeiterbeteiligung

Die Mitarbeiterbeteiligung kann unentgeltlich oder verbilligt sein. Steuerfrei sind die Beteiligungen bis zu einer Höhe von 3.000 €. Dabei liegt die Behaltefrist für die Anteile aus der Mitarbeiterbeteiligung bei fünf Jahren.

Kostenlose oder vergünstigte Mahlzeiten oder Getränke

Essen oder Getränke, die Sie als Unternehmen am Arbeitsplatz freiwillig zur Verfügung stellen sind steuerfrei. Hierzu zählen ebenso Lieferservices.

Essensmarken oder Gutscheine für das Mittagessen sind jedoch nur bis zu einem Wert von 4,40 pro Arbeitstag steuerfrei. Achtung: Dafür müssen die Gutscheine entweder nur am Arbeitsplatz oder bei einer Gaststätte zum dortigen Konsum eingelöst werden. Sind die Gutscheine nicht an diese Bedingung gebunden, so liegt der steuerfreie Betrag bei 1,10 pro Arbeitstag.

Freiwillige Reisekosten oder Taggelder

Es steht Ihnen als Arbeitgeber auch zu, Ihren Mitarbeiter/innen freiwillige Taggelder oder Nächtigungsgelder zu gewähren. Dabei gilt, dass Tagesgelder sowie Nächtigungsgelder bis 26,40 € steuerfrei sind. Die steuerfreie Nachtpauschale liegt bei 15 €. Die tatsächlichen Unterkunftskosten sind ebenso steuerfrei.

Zug oder Bustickest als Mitarbeiter-Benefits

Steuerfreie Benefits sind auch Streckentickets für den Zug oder den Bus, für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Diese können Unternehmen ihrer Belegschaft kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung stellen. Achtung: Die Tickest sind von dem Betrieb selbst zu kaufen, eine Kostenerstattung an den/die Angestellte ist nicht zulässig. Werden solche Jobtickets angenommen, besteht für den/die Angestellte kein Anspruch auf Pendlerpauschale.

Arbeitgeberdarlehen ohne Zinsen für das Personal

Für Gehaltsvorschüsse oder Arbeitgeberdarlehen gilt, dass bis zu einem Betrag von 7.300 € der sich daraus ergebende Zinsvorteil steuerfrei ist. Dabei wird vor allem die Möglichkeit des Gehaltsvorschusses gerne angenommen.

Vom Unternehmen freiwillig gewährte Begräbniszuwendungen

Viele Unternehmen unterstützen Ihre Mitarbeiter/innen auch in schweren Zeiten. Für Zuschüsse zu den Begräbniskosten, wie zum Beispiel für den Grabstein, die Beerdigung oder das Totenmahl, gibt es keine Obergrenze. Diese Leistungen können an den/die Arbeitnehmer/in oder die Hinterblieben geleistet werden.

Ein Elektro-Firmenauto auch für die private Nutzung

Im Gegensatz zum normalen Firmenauto, ist die private Nutzung von einem Firmenfahrzeug mit einem CO2-Ausstoß von null Prozent steuerfrei. Mit einem Elektroauto als Firmenauto für die Mitarbeiter/innen leistet man gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz und stellt seiner Belegschaft eine gute Alternative zum herkömmlichen Firmenwagen zur Verfügung.

Eigene Rabatte für das Personal

Unternehmen können ihren Angestellten bis zu 20 Prozent Rabatt auf die Waren und Dienstleistungen des Unternehmens gewähren. Bemessungsgrundlage für die 20 Prozent ist der Verkaufspreis, zu welchem das Produkt an den Endkunden verkauft wird.

Maßnahmen zur Gesundheitsförderung

Besonders die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gehören zu den beliebtesten Mitarbeiter-Benefits. Dabei ist die Nutzung von dienstgebereigenen Einrichtungen grundsätzlich steuerfrei. Doch nicht jedes Unternehmen besitzt ein eigenes Fitnesscenter. Daher können Betriebe Anlagen auch mieten, somit wäre die Nutzung auch in diesem Fall steuerfrei. Zum Beispiel können Sie für ihre Belegschaft ein Fitnesscenter für bestimmte Tage exklusiv mieten. Beiträge zu Fitnesscenter-Abos oder Mitgliedsbeiträge für Sportvereine sind jedoch nicht von der Steuer befreit.

 

 

Mitarbeiter-Benefits

Die beliebtesten Mitarbeiter-Benefits unter der Belegschaft

Ob Jobsuchende sich für Unternehmen entscheiden, wird oft von Faktoren wie Gehalt, Sicherheit im Job, Weiterbildungsmöglichkeiten, Weiterentwicklungsmöglichkeiten oder flexiblen Arbeitszeiten beeinflusst. Doch auch finanzielle oder immaterielle Zusatzleistungen werden bei den Mitarbeiter/innen immer beliebter. Folgende Mitarbeiter-Benefits sind bei der Belegschaft besonders beliebt:

Home-Office:

Bei vielen Angestellten steht die Arbeit im Home-Office ganz oben am Wunschzettel. Denn den meisten ist es mittlerweile wichtig, arbeitstechnisch zeitlich wie auch örtlich flexibel zu sein.

Flexibilität bei den Arbeitszeiten:

Der Ruf nach flexiblen Arbeitszeiten, wurde von vielen Unternehmen bereits erhört. In den meisten Betrieben haben Mitarbeiter/innen heute bereits die Möglichkeit, die Arbeitszeiten in einem gewissen Rahmen frei einzuteilen.

Verkürzte Arbeitswoche:

Hier gibt es noch wenig Betriebe, in welchen das möglich ist. Dennoch würden sich viele Arbeitnehmer/innen über eine Vier-Tage-Woche freuen.

Bildungskarenz und Bildungsteilzeit als Mitarbeiter-Benefits:

Vor allem branchenfremde Ausbildungen werden von Unternehmen meist nicht unterstützt. Was viele Betriebe dabei jedoch vergessen: Wenn der Wunsch eines/einer Angestellten nach einer Ausbildung nicht nachgekommen wird, besteht die Gefahr, diese/diesen ganz zu verlieren.

Hunde am Arbeitsplatz:

Überstunden sind besonders für Hundebesitzer oft problematisch. Sitzt doch der vierbeinige Gefährte zuhause und wartet nur darauf, sich erleichtern zu können. Mitarbeiter/innen mit Hunden machen sich bei Überstunden oft Sorgen um ihr Haustier, haben ein schlechtes Gewissen und können sich so nicht mehr konzentrieren. Der Hund bei der Arbeit steigert jedoch die Produktivität und wirkt sich generell positiv auf das Betriebsklima aus.

Fazit – Mitarbeiter-Benefits bringen auch für Unternehmen viele Vorteile

Mit individuellen Mitarbeiter-Benefits kann sich ein Unternehmen durch Employer Branding schnell als top Arbeitgeber platzieren. Außerdem wirken sich Zusatzleistungen positiv auf die Mitarbeitermotivation aus und können zur Produktivitätssteigerung führen. Positive Beispiele gibt es hier bereits bei der Vier-Tage-Woche. Einzelne große Betriebe haben diese bereits einführt und können positiv über diese Entscheidung berichten. Wenn Sie als Unternehmen über Mitarbeiter-Benefits nachdenken, ist es wichtig vorab zu überlegen, welche Maßnahmen unter ihrer Belegschaft gewünscht werden und ob sich diese umsetzen lassen. Denn zufriedene Mitarbeiter/innen arbeiten meist produktiver und bleiben gerne und länger im Unternehmen.