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Hitze im Büro – Abkühlung schaffen

Bei Hitze im Büro einfach mal an den See fahren? Den heißen Arbeitsplatz hinter sich lassen? Klingt verführerisch oder?  Leider ist der Gedanke zu schön, um wahr zu sein.

Auch bei 35 °C gibt es in Österreich für Arbeitnehmer/innen kein hitzefrei. Gesetzlich gibt es keine Basis, die es erlauben würde, bei extremer Hitze im Büro einfach zu schwänzen.  Hier erfährst du, wann der Arbeitgeber handeln muss und welche Tipps und Tricks dir bei Hitze im Büro Abkühlung verschaffen.

Pflichten der Arbeitgeber bei Hitze im Büro?

Österreichs Arbeitnehmer/innen haben keinen gesetzlichen Anspruch auf „hitzefrei“. Der Arbeitgeber ist allerdings verpflichtet, auf die Gesundheit seiner Beschäftigten zu achten. Dies wird Fürsorgepflicht genannt. Der Arbeitgeber muss bei extremer Hitze im Büro eingreifen und alle Maßnahmen, die ihm möglich sind, ergreifen, um Gesundheitsrisiken auszuschließen. Die kann von baulichen Maßnahmen über Lockerung des Dresscodes bis hin zur Homeoffice-Verordnung alles sein.

Regelungen für Hitze im Büro?

Sitzt man zum Beispiel im Büro, sollte die Raumtemperatur bei vorhandener Klimaanlage zwischen 19  und 25 °C liegen. Hier gilt es zu beachten, dass die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 70 % liegen sollte.

Gibt es keine Klimaanlagen, muss der Arbeitgeber Möglichkeiten finden, um die Temperatur in den Räumlichkeiten zu senken. Es könnte zum Beispiel nachts gelüftet, Jalousien an den Fenstern angebracht und Ventilationen zur Verfügung gestellt werden, oder man könnte alkoholfreie Getränke kostenlos anbieten. Maschinen oder Lichtspots, die Wärme abstrahlen, müssen abgeschirmt werden.

Zusätzliche Details unter: § 28 Arbeits­stätten­verordnung (AStV)

Interessant zu wissen: Regelungen für den Bau

Bauarbeiter haben seit 1. Mai 2019 eine Neuregelung. Laut dem Bauarbeiter-Schlecht­wetter­entschädigungs­gesetz (BSchEG) darf, ab 32,5 °C die Arbeit draußen eingestellt werden, wenn kein anderer Alternativarbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden kann. Entschieden wird dies vom Arbeitgeber.

Wie reagiert unser Körper auf Hitze?

Grundsätzlich hält der Mensch stetig seine Kerntemperatur bei 37 °C.  Ohne Abkühlung beginnen wir bei sommerlichen Temperaturen zu schwitzen. Eigentlich eine brillante Eigenschaft, denn das ist unsere körpereigene Klimaanlage. Durch das Schwitzen versucht unser Körper uns zu kühlen. Dabei verlieren wir aber Flüssigkeit und Mineralien, was wiederum bedeutet, dass wir mehr trinken müssen. Doch bei extremer Hitze nehmen Konzentration und Leistungsfähigkeit physisch und psychisch ab. Als Folge können sich häufiger Fehler einschleichen und das Unfallrisiko kann sich erheblich steigen.

Was sind die Gesundheitsrisiken bei extremer Hitze im Büro?

Bei besonders hohen Temperaturen ist der Körper extrem belastet. Er verliert durch das viele schwitzen Flüssigkeit und Salze. Kann der Körper die Temperatur nicht mehr richtig regulieren, ist durchaus das Risiko von Hitzeschäden gegeben. Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und sogar der Hitzeschlag sind dann möglich.

Was ist ein Sonnenstich?

Werden keine Maßnahmen zur Abkühlung bei Hitze im Büro getroffen, kann es zu einer Reizung der Hirnhaut oder des Hirngewebes durch Überhitzung des Kopfes kommen. Direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf oder Nacken können ihn auslösen.

Kopfschmerzen, Unruhe, Erbrechen und Übelkeit sind symptomatisch dafür. Gibt es solche Anzeichen, sollten Betroffene sofort aus der Sonne und den Kopf kühlen. Feuchte Tücher oder kalte Duschen sind hier hilfreich.

Was ist der Hitzeschlag?

Oft wird der Hitzeschlag mit einem Sonnenstich verwechselt. Dies kann allerdings verheerend sein und lebensbedrohlich werden.

Grundsätzlich wird der Hitzeschlag bei physischer Überlastung ausgelöst. Oft trifft es Personen, die sich über einen längeren Zeitraum in extrem heißen, schlecht gelüfteten Räumen aufhalten.

Kommt es zu keiner Abkühlung oder Frischluftzufuhr, kann es zu Krämpfen, Halluzinationen und Bewusstseinstrübung kommen. Typische Symptome für einen Hitzeschlag. Die Körper heizt seine Kerntemperatur auf bis zu 40 °C auf, was gefährlich werden kann.

Hier sollte der Notarzt schnellstens verständigt werden.

Arbeiten bei Hitze

Was ist die Hitzeerschöpfung?

Ebenfalls eine Folge von extremer Hitze im Büro ist die Hitzeerschöpfung. Dadurch kann es zu einem hohen Verlust von Flüssigkeit und Salzen kommen, was zur Hitzeerschöpfung führt.  Dehydration, Fieber, Schwindel, Atemnot und Frösteln sind häufige Symptome.

Wie kann man sich bei Hitze im Büro Abkühlung verschaffen?

Dem frühen Vogel ist bestimmt nicht heiß

Wenn du zu den glücklichen Gleitzeit-Angestellten gehörst, geh an heißen Tagen so früh wie möglich ins Büro. So bist du, wenn es unerträglich heiß wird, bereits auf den Weg nach Hause oder zum See. Man könnte mit seinem Arbeitgeber auch vereinbaren, dass man die heißen Nachmittagsstunden von zu Hause aus arbeitet.

„Zieht euch warm an“

Versuche  luftige, atmungsaktive, helle Kleidung zu tragen. Achte am besten beim Kauf schon darauf, dass du natürliche Stoffe wie Baumwolle, Seide Viskose, Tencel oder Lyocell kaufst. Hände weg von Kunstfasern.

Gut zu wissen: Temperaturen um die 30 °C lassen auch gestandene Manager von Flip Flops und Bermudashorts träumen. Doch wie ist das eigentlich, sind Flip Flops und Shorts bei Hitze im Büro erlaubt?

Banken, Notare, Ämter? Wäre doch amüsant, wenn der/die Bankberater/in euch plötzlich im Hawaihemd und Shorts begrüßt. Leider gibt es in den meisten Firmen einen indirekten Dresscode, der das verbietet.

Empfehlung:  Frauen sollten trotz Hitze im Büro nicht in knappen Tops oder kurzen Röcken erscheinen. Bauchfrei und Schulterfrei sind absolute No-Go´s. Oberteile sollten zumindest einen Ärmelansatz haben. Röcke oder Kleider sollten mindestens knielang und Hosen knöchellang sein. Luftige Schuhe sind erlaubt, sollten aber unbedingt dezent und elegant sein. Wer sicher gehen will, kann beispielsweise Ballerinas aus leichtem, luftdurchlässigen Material tragen.

Männer sind bei der Kleiderauswahl ganz klar im Nachteil. Lange Hosen und Hemd müssen immer getragen werden. Selbst kurzärmlige Hemden sind nicht überall gern gesehen.

Grundsätzlich ist bei Hitze im Büro die Kleiderordnung von Branche zu Branche und den Positionen, die besetzt werden,  unterschiedlich. Wer sich beim Dresscode nicht sicher ist, sollte sich Vorgesetzten erkundigen, was erlaubt ist. Das Interesse am Firmenimage ist wiederum ein Pluspunkt für dich.

Das kleine Lüftchen

Damit es nicht zu extremer Hitze im Büro kommt,  sollte man morgens stoßlüften und ab dann Jalousien und Fenster geschlossen halten. Auch das Lüften über Nacht ist eine gute Option, allerdings nicht in allen Büros umsetzbar. Bei klimatisierten Büros ist darauf zu achten, dass sich die Temperaturen innen und außen nicht extrem voneinander unterscheiden, sonst kann man sich leicht Erkälten.

Ventilatorenkämpfe

Kann man der Hitze im Büro nicht mit der Klimaanlage den Kampf ansagen, kann man auf Ventilatoren zurückgreifen.  Wichtig ist hier die richtige Ausrichtung. Ist der Luftstrom direkt aufs Gesicht gerichtet, kann das zu Kopfschmerzen, Verspannungen und kleinen Erkältungen führen. Also achte darauf, den Ventilator mit genügend Abstand auf den Oberkörper auszurichten.

Lass dein Essen abnehmen

Bei Hitze im Büro wird unser Körper sehr belastet. Der Blutdruck steigt, unser Stoffwechsel verlangsamt sich und unser Kreislauf kann Probleme machen. Intuitiv verzichten deshalb viele Menschen an heißen Tagen schon auf fettige oder deftige Speisen. Auch leichte Speisen können zur Abkühlung beitragen.

 

 

Gut zu wissen: Unser Körper besteht, je nach Alter, zu 65 % aus Wasser. Darin sind verschiedene Salze enthalten, die unser Körper braucht, damit er reibungslos funktionieren und Prozesse reibungslos ablaufen können. Wer also in der heißen Jahreszeit unter Kreislaufproblemen leidet, darf seine Speisen ruhig ein wenig nachsalzen.

Tierisch inspiriert

Eine Atemtechnik im Yoga heißt Sitali. Wenn man sie richtig macht, soll sie eine kühlende Wirkung haben. Wie funktioniert das kühlende Atmen also? Ganz einfach, man rollt die Zunge seitwärts zusammen, dann streckt sie nach außen und atmet langsam und gleichmäßig ein. Und über die Nase wieder aus. Das wiederholt man einige Minuten. Der zweite positive Effekt neben der Abkühlung ist die mentale Entspannung.

Lass dir öfter das Wasser reichen

Unser Körper besteht fast bis zu 70 % aus Wasser. Es ist wichtig für unsere Zellen, den Nährstoff-, und Abtransport und es hilft auch bei der Abkühlung unsere Körpertemperatur. Logisch also, dass wir an heißen Tagen unseren Flüssigkeitshaushalt mindestens 2-3 Liter Wasser, gewässerte Obst-, oder Gemüsesäfte oder ungesüßte Tees, zuführen müssen. Gehörst du allerdings wie ich zu den Personen, die generell zu wenig trinken, hilft es flüssigkeitsreiche Lebensmittel zu essen. Richte dir kleine Snacks mit beispielsweise Gurken, Melonen, Tomaten.

Gut zu wissen: Obwohl heiße Tage dazu verleiten, sich auf eiskalte Getränke zu stürzen, sollte man dies vermeiden. Tun wir es doch, braucht unser Körper viel Energie um eiskalte (oder sehr heiße) Getränke unserer Körpertemperatur anzupassen. Durch diesen Prozess arbeitet unser Körper ungewollt wieder auf Hochtouren, was uns dann wieder zum Schwitzen bringt.

Entgegen so mancher Meinung, sollte man auch nicht zu viel trinken. Laut der deutschen Gesellschaft für Gesundheit kann das dazu führen, dass das Blut stark verdünnt wird und der Salzgehalt sinkt. Nieren-, Herz-und Leberpatienten sollten drauf ganz besonders achten.

Hitze bei der Arbeit

Einfach cool blieben

In manchen Büros ist es möglich und erlaubt, dass man sich einen Eimer (und Handtuch, sonst gibt eine Sauerei, von zu Hause mitnimmt) mit kaltem Wasser unter den Schreibtisch stellt und sich so über die Füße Abkühlung verschafft.

Hilfreich ist es auch, sich kaltes Wasser über die Unterarme laufen zu lassen. Kühlende Tücher in Nacken oder Handgelenks-, und Wadenwickel funktionieren ebenfalls gut.

Gut zu wissen: Für besonders heiße Tage empfiehlt sich in die Schale mit Wasser auch Eiswürfel und 2 Tropfen Pfefferminzöl zu tropfen. Tauch das Tuch ins Pfefferminzwasser und tupf damit Stirn und Nacken ab. Warte einige Minuten und wische, wenn notwendig, auch über deine Arme. Danach warte wieder einige Minuten und wische bei Bedarf auch über deine Beine.

Hitze im Büro: Erfrischungsspray selbst gemacht

Eine wunderbare Idee sind auch selbstgemachte Erfrischungssprays. Dazu brauchst du eigentlich nur eine Sprühflasche und je nachdem, wie aufwendig du dein Spray machen möchtest, weitere Zutaten.

Unser Erfrischungsspray Rezept:

  • 2 Beutel Pfefferminze
  • 1 Tasse Wasser
  • 3-4 EL Kokosmilch
  • Zerstäuber Fläschchen (wir empfehlen eines aus Glas)

Koch das Wasser auf und gieß es über die Beutel Pfefferminztee. Danach lass ihn 30 Minuten ziehen. Entferne die Beutel aus dem Wasser und stellt die Tasse in den Kühlschrank. Ist der Tee eiskalt, kannst du die Kokosmilch hinzufügen. Verrühre beides gut und fülle die Flüssigkeit in die Sprayflasche. Fertig. Im Kühlschrank ist das Erfrischungsspray bis zu 14 Tage haltbar.

Erfrischende Alternativen zu Pfefferminztee kann grüner Tee aber auch Melisse- oder Zitronenmelisse sein. Schwitzt du sehr stark, hilft Salbei.

Kühlmatten

Wer sich komplett ohne Aufwand Abkühlung verschaffen will, sollte sich eine Kühlmatte besorgen. Die haben den Vorteil, dass sie nicht vorgekühlt werden müssen oder Strom brauchen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und unterschiedlichen Einsatzbereiche. Ihr Innenleben ist mit einem Gel gefüllt, das erst kühlt, wenn es belastet (Gewicht) wird. Zum Regenerieren muss sie nur einige Zeit in den Schatten gelegt werden.

Kühler Kopf

Ein weiterer „Geheimtipp“ für heiße Tage ist Teebaumöl. Man kann ein paar Tropfen (Ätherische Öle sind sehr konzentriert und können allergische Reaktionen auslösen. Weniger ist in diesem Fall mehr) ins Shampoo geben. So bleibt eure Kopfhaut kühl.  Noch ein Mittel zur Abkühlung ist Tigerbalsam. Achtung, es gibt ihn wärmend und kühlend. Er wirkt auch gegen Kopfschmerzen und wird auf sparsam auf Schläfen, Handgelenke oder Nacken aufgetragen.

Verborgene Wärmequellen abschalten

Heiße Luft kommt nicht nur von außen ins Büro, nein, auch verborgenen Wärmequellen am Arbeitsplatz heizen den Raum zusätzlich auf. Elektronische Geräte strahlen sehr viel Wärme ab. Schaltet also ab, was nicht gebraucht wird.

#just three funny (nicht ganz ernst gemeinte) hacks 

 

#1: Mehr Arbeitsplätze für Praktikantinnen und Praktikanten

In früheren Zeiten mussten Sklaven ihren Herrschern mit großen Fächern Luft zu wedeln. Man könnte die ägyptische Klimaanlage in die Neuzeit integrieren. Dies würde sogar neue Arbeitsplätze schaffen.  Praktikantinnen und Praktikanten könnten im Schichtbetrieb in jedem Büro stehen und den Angestellten Luft zufächeln.

#2: Brachliegende Ressourcen nutzen 

Die Sonne strahlt unbarmherzig durch die Bürofenster? Dann sollte brachliegende Ressourcen genutzt werden. Um eine flächendeckenden Abkühlung bei Hitze im Büro für wirklich alle Beschäftigten zu erreichen, sammelt man alle Feuerzeuge der Raucher/innen ein.  Diese nutzt man abwechselnd, um die Sprinkleranlage zu aktivieren. Die bratenden Belegschaft wird sich darüber bestimmt sehr freuen.

#3: Sei sozial

Wie soll das nun bei Hitze im Büro helfen?  Zuerst geht ihr an euren Kleiderschrank. Nehmt alles raus und werft es in einen Karton, auch das, was ihr gerade tragt. Dann schnappt ihr euch den Karton, fährt oder geht damit zur nächsten Kleidersammelstelle und gebt alles ab. Danach geht ihr zur Arbeit. Der „completely-nude-style“ verschafft euch nicht nur gesellschaftliches !An!sehen, sondern auch ein wenig Abkühlung bei Hitze im Büro.

Fazit

Nun mal Spaß beiseite. Österreichs Arbeitsrecht sieht zwar kein Hitzefrei vor, fordert Arbeitgeber aber auf,  alle ihm möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Arbeitsräume auf zumutbare Temperaturen zu regulieren. So werden Gesundheitsrisiken bei Hitze im Büro minimiert.